Petition gegen Freisetzung von GVO

Die Petiton wurde in zwei Teile geteilt, Teil Eins betrifft GVO, Teil Zwei betrifft die Ökologische Landwirtschaft.

Unterstützen Sie die Petition, indem Sie selbst eine ähnliche Petition abschicken!
Wenn Sie wollen, können Sie dazu meine Texte ganz oder teilweise kopieren. Sie können sich auch einfach unter Angabe der Petitionsnummer (Pet 3-16-10-21280-005701 bzw. Pet 3-16-10-78200-005702) mit einem Schreiben an den Petitionsausschuß meiner Petion anschliessen. (Datum und Unterschrift nicht vergessen!)
Über eine kurze Nachricht per E-Mail an gvo@nothanx.de würde ich mich freuen.

Infos über Petitionen: http://www.bundestag.de/parlament/gremien15/a02/petition/index.asp


Knut Kargel am 20.02.2006
An den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages


Knut Kargel
Vellinghauser Str. 4
59514 Welver

An den
Deutschen Bundestag
Petitionsausschuss
Platz der Republik 1
11011 Berlin


Petition

1. Gegen die Freisetzung von gentechnisch veränderten Organismen
2. Gegen die mangelnde Transparenz bei gentechnisch veränderten Bestandteilen in Lebensmitteln
3. Gegen die Gleichstellung von ökologischer und konventioneller Landwirtschaft


Sehr geehrte Damen und Herren,

gegen die unkalkulierbaren und irreversiblen Gefahren, die von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) ausgehen, möchte ich mich mit dieser Eingabe wehren.

1. Gegen die Freisetzung von GVO
Minister Seehofer hat in den vergangenen Monaten drei BT-Mais-Sorten zum Anbau in Deutschland freigegeben.
Überall in der Welt, wo GVO in die freie Natur gesät wurden, folgte der ökologische Kollaps. In Indien z.B. gingen 90% der alten Reissorten durch Auskreuzung unwiderruflich verloren und mit ihnen die an die Pflanzen gebundene Tierwelt. Amerika, Australien, China, Indien und große Teile Asiens sind von den Saaten der Firmen Monsanto, Syngenta und Bayer schwer geschädigt.
Ernst zu nehmende, unabhängige(!) Wissenschaftler weisen in zahlreichen Publikationen auf die Gefahren der Freisetzung von GVO hin.
So ist langfristig damit zu rechen, dass die GVO sich ausbreiten und die natürlichen Kulturpflanzen ausgerottet werden. Die Folgen der Einführung völlig neuer Lebewesen in die Biosphäre birgt unkalkulierbare Gefahren für den gesamten Lebensraum.
Völlig überraschend musste nach 10 Jahren die Forschung an einer Gen-Erbse eingestellt werden, weil Mäuse, denen die Erbsen gefüttert wurden, erkrankten bzw. starben.
Die gesamte Gentechnik steckt noch im Experimentierstadium. Gesicherte und langfristige Erkenntnisse liegen zur Zeit noch nicht vor.
Die Freisetzung von GVO bedeutet deshalb ein Experiment am Menschen und der Biosphäre mit unbekanntem Ausgang und irreversiblen Folgen. Das heisst: Wir wissen nicht, was geschehen wird, aber wir werden es auf alle Zeiten nicht rückgängig machen können.
Einen solchen Weg zu gehen, kann einem verrückten Wissenschaftler in einem Horror-Roman anstehen. Die Realität sollte, nein muss, anders aussehen!
Die Haftung für Schäden, die sich aus dem Anbau von GVO ergeben, soll auf einen Haftungsfond abgewälzt werden. Auch dies ist nicht hinnehmbar. Es muss derjenige haften, der einen Schaden verursacht hat, der Verweis auf einen Gemeinschaftsfond ist nicht akzeptabel.
Zumal dieser Haftungsfond die zu erwartenden Schäden monetär nicht abdecken kann.
Minister Seehofer hat nicht das Recht, Experimente mit Menschen durchzuführen. Die Genehmigung für die Freisetzung von GVO widerspricht dem Grundrecht auf Unversehrtheit und Schutz der Person.
Meine Forderung:
Solange nicht von unabhängigen Wissenschaftlern die Unbedenklichkeit bescheinigt wird, sondern im Gegenteil beträchtliche Bedenken vorherrschen, dürfen keine GVO in Deutschland angebaut und freigesetzt werden. Ersatzweise müssen für aufgetretene Schäden die Verursacher (Landwirte und Saatguthersteller) haftbar gemacht werden. Eine Anonymisierung auf einen Haftungsfond widerspricht vollkommen dem üblichen Rechtsgefühl (oder kann demnächst auch die Mafia einfach einen Fond einrichten und ist damit aus dem Schneider?). Ökologische und konventionelle Landwirte müssen einen unbedingten Existenzschutz geniessen. Dieser Existenzschutz muss Vorrang haben gegenüber der "Wahlfreiheit" einzelner Landwirte pro GVO.

2. Gegen die mangelnde Transparenz bei gentechnisch veränderten Bestandteilen in Lebensmitteln
Da ich gentechnisch veränderte Inhaltsstoffe keinesfalls essen will, bin ich darauf angewiesen, umfangreiche Recherchen anzustellen. Ohne Internet hätte ich keine Chance, die entsprechenden Informationen zu finden, und selbst mit Internet ist in vielen Fällen keine Information zu erlangen. Oft bleibt nur die Anfrage an den Hersteller, die nicht in jedem Fall beantwortet wird. Eine solche Anfrage bindet meine Arbeitskraft, beansprucht meine Ressourcen und braucht Zeit. Oft vergehen zwei Wochen oder mehr, bis ein gekauftes Produkt als Nahrungsmittel oder Müll klassifiziert werden kann. (So lange reicht oft nicht das MHD!)
Der größte Teil im Bereich Milch-, Käse-, und Fleischprodukte hat bereits jetzt GVO in der Produktionskette und ist nicht entsprechend ausgezeichnet.
Ein solcher Zustand ist unhaltbar und inakzeptabel.
Da eine große Mehrheit der Bevölkerung den Einsatz von GVO in der Nahrungsmittelproduktion ablehnt, und Produkte, die mit deren Hilfe erzeugt wurden, nicht kaufen würden, handelt es sich bei der Nichtauszeichnung solcher Produkte um eine bewußte Täuschung der Verbraucher, die das Ziel hat, für GVO trotz der Ablehnung einen Markt zu schaffen. Menschen im Allgemeinen und ich im Besonderen, die für sich selbst entschieden haben, sich nicht als Versuchskaninchen für GVO zur Verfügung zu stellen, werden durch Vertuschung gegen ihren Willen in dieses (ethisch und wissenschaftlich unvertretbare) Experiment eingebunden.
Unter dem Begriff "Lebensmittel", der einen gewissen Vertrauensschutz geniessen sollte, werden Produkte vermarktet, deren Qualität als Lebensmittel umstritten ist und deren langfristige Auswirkungen absolut unbekannt sind, unabhängige Wissenschaftler geben pessimistische Prognosen ab und fordern ein mindestens 50jähriges Moratorium für Gentechnik in der Landwirtschaft.
Meine Forderung:
Wenn schon solche Produkte als Lebensmittel gehandelt werden, müssen sie entsprechend ausgezeichnet werden, um für den Verbraucher, der diese Produkte ablehnt, bzw. nicht als Lebensmittel akzeptiert, erkennbar zu sein.

3. Gegen die Gleichstellung von ökologischer und konventioneller Landwirtschaft
Die konventionelle Landwirtschaft wird traditionell in der Form gefördert, dass die von ihr verursachten langfristigen Schadwirkungen nicht ausgeglichen werden. Dadurch sind Preise möglich, die weit unter dem Preis liegen, der real für diese Produkte veranschlagt werden müsste.
Die Profite, die durch den Einsatz von Kunstdüngern und diversen Giften entstehen, streichen die Landwirte und die Chemie-Industrie ein, auf den Schäden bleibt die Allgemeinheit sitzen. (Ganz so, wie es offensichtlich auch für die Schäden durch GVO geplant ist.)
Die ökologische Landwirtschaft hingegen trägt in vielfältiger Weise zum Allgemeinwohl bei. Nicht nur die Böden werden verbessert, die Artenvielfalt erhöht etc., auch das Gesundheitswesen profitiert.
Meine Forderung:
Dieser Nutzen für die Allgemeinheit muss für die ökologischen Landwirte finanziell ausgeglichen werden, da er auf deren Arbeitsleistung beruht. Im Gegenzug muss die konventionelle Landwirtschaft und die chemische Industrie für die schädlichen Folgewirkungen ihrer Arbeitsweise eine Entschädigung leisten.
Die von Minister Seehofer vorgenommene Gleichsetzung von konventioneller und ökologischer Landwirtschaft bewirkt eine unzulässige Marktverzerrung zugunsten der für die Allgemeinheit unvorteilhaften Wirtschaftsweise.


Welche Gesetze geändert werden müssen, um einen wirksamen Schutz der Verbraucher und die notwendige Transparenz zu erreichen, wollen Sie sicher nicht ernsthaft von mir wissen wollen? Die Anwenderfreundlichkeit des deutschen Rechts wäre mir ansonsten eine weitere Petition wert.
Auffällig ist, dass schon in der konventionellen Landwirtschaft nicht die Landwirte die Gewinner sind. Die meisten von denen sind Pleite, konnten dem Konkurrenzdruck durch immer größere Betriebe nicht standhalten, die Kosten für Dünger und Pestizide sind eher ein Joch als ein Segen, die Qualität der Produkte führt regelmäßig zu Warnungen oder Skandalen in den Medien. Die Gewinner der konventionellen Landwirtschaft sind einige wenige Chemie-Konzerne, deren Wurzeln teilweise in unrühmlicher Vergangenheit liegen. Ähnlich, wenn auch in globalem Maßstab, verhält es sich bei den GVO, wie schon heute zahlreiche Beispiele aus aller Welt belegen. Verlierer sind die Bauern und Verbraucher, Gewinner sind wieder wenige Konzerne, die Monopole auf Saatgut und Patente auf Leben - und damit eine Feudalherrschaft - anstreben.
Die Freisetzung von GVO ist langfristig ein Angriff auf die demokratische Grundordnung und deshalb verfassungswidrig!

Von den allgemeinen Hinweisen zum Petitionsverfahren habe ich Kenntnis genommen.
Ich bin mit der Nennung meines Namens einverstanden, falls der Petitionsausschuss meine Petition im Rahmen seiner Presse- und Öffentlichkeitsarbeit nutzt.

Mit freundlichen Grüssen




Knut Kargel
--
GEGEN GIFTgrüne gentechnik
http://gvo.nothanx.de/?f=petition




Die Petiton wurde in zwei Teile geteilt, Teil Eins betrifft GVO, Teil 2 betrifft die Ökologische Landwirtschaft.

PoststempelEingangsbestätigung mit Poststempel vom 21.03.2006

Eingangsbestätigung der Petition
01.05.2007 Es fällt schwer, von einer Erinnerung abzusehen. Was sind denn das für Bearbeitungszeiten??? Sauladen!

Anfrage über das Webformular des Petitionsausschusses vom 24.05.2007 Betreff: Beschwerde wg. Untätigkeit
Betrifft meine Petitionen
Pet 3-16-10-21280-005701
Pet 3-16-10-78200-005702
vom 20.02.2006 (!)

Bei allem Verständnis für eine gewisse Bearbeitungszeit scheint mir der Rahmen doch erheblich überzogen!
Derweil seitens des Petitionsausschusses nichts geschieht, schafft die Regierung irreversible Fakten.
Soll eine Petition ein "Instrument" sein, oder dient sie lediglich dazu die kostbare Zeit unbequemer Zeitgenossen mittels sinnloser Darlegungen zu binden?
Dies soll ausdrücklich keine "Nachfrage sein, die eine Bearbeitung weiter verzögert"! Im Gegenteil: Ich erwarte endlich eine abschliessende Bearbeitung.
Mit freundlichem Gruß
Knut Kargel
PS: Die Petiton und diese Anfrage im Web unter http://gvo.nothanx.de/?f=petition

Printed from nothanx.de 05.09.2010