MON810 ausser Kontrolle
Juli 2007
Die Situation wird immer absurder: Erst verbietet das Verbraucherministerium den Verkauf des umstrittenen Gen-Mais MON810 nach der Aussaat. Und gestern hat das Verwaltungsgericht in Braunschweig die Klage von Greenpeace und Imkern gegen den Anbau abgewiesen. Der verbotene Gen-Mais wächst also weiter. Nicht etwa, weil das Gericht keine Gefahr für die Umwelt sieht, sondern aus formalen Gründen.
Greenpeace-Info
WDR5 Leonardo vom 20. Juli 2007, 16.05 Uhr
Es geht um friedliche Koexistenz. Landwirtschaft mit Gentechnik soll neben einer Landwirtschaft ohne Gentechnik möglich sein. Das erklärte die Bundesregierung in ihrem *Eckpunktepapier Gentechnik* im Februar dieses Jahres. Abstand halten, heißt die Friedensformel. Doch die Bienen zeigen, dass der Abstand keine Lösung ist, um die unfreiwillige Ausbreitung gentechnischer Produkte zu verhindern. Ihre Sammelleidenschaft überwindet die Grenzen.
Das Manuskript im Pdf-Format
Die Geschichte um den Gen-Mais Mon810 ist längst zur Farce geworden: Erst verbietet das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit (BVL) nach der Aussaat den Gen-Mais. Und dann entscheidet ein Gericht, dass der Anbau von eben diesem Mais aus formalen Gründen nicht gestoppt werden darf!
Außerdem baut Bauer Piprek seinen Gen-Mais an, wo es ihm gefällt: im Naturschutzgebiet, auf nicht angemeldeten Flächen oder ohne den Eigentümer zu informieren! Niemand kann mehr wissen, wo der Gen-Mais wirklich wächst! Schicken Sie Horst Seehofer deshalb Ihre Mais-Proben! Er soll sie testen lassen, und Sie können auf der Einkaufsnetz-Deutschlandkarte eintragen, von wo Sie die Probe
verschickt haben:
http://www.einkaufsnetz.org/gentechnik/26160.html
